Podiumsdiskussion in Accum - Eure Fragen und meine Antworten
1. Was wollen Sie in den ersten drei Monaten konkret angehen?
„Nach drei Monaten soll erkennbar sein, was sich verändert. Für unsere Schulen brauchen wir klare Prioritäten, Termine und Kosten. Beschlossene Vorhaben wie der Wohnungsbau müssen konsequent umgesetzt werden. In der Verwaltung will ich klare Verantwortlichkeiten und ein vernünftiges Controlling für große Projekte schaffen.

Zudem ist mir die Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen sehr wichtig. Schortens muss nicht alles alleine machen, was wir mit unseren Nachbarn deutlich schneller und günstiger erledigen können. Zum Beispiel die Rekrutierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ein Bürgermeister kann nicht alles allein entscheiden. Er kann aber dafür sorgen, dass Entscheidungen umgesetzt werden.“
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2. Ehrenamt und Vereine
„Unsere mehr als 100 Vereine sind ein wesentlicher Teil unserer Stadt. Sie brauchen verlässliche Ansprechpartner, weniger Bürokratie und eine frühzeitige Beteiligung. Mit Frau Janssen und Frau Daniels haben wir bereits zwei Ansprechpartnerinnen in der Verwaltung. Eine weitere Stabstelle einzurichten verursacht hohe Personalkosten. Die Stadt kann das Ehrenamt nicht ersetzen. Aber sie kann den Ehrenamtlichen das Leben leichter machen. Nicht vergessen sollten wir, dass die Stadt Schortens schon jetzt Vereine mit rund 500.000 Euro im Jahr fördert."
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3. Bildungsstandort Glarum
„Anstelle der bisherigen Hausmeisterwohnung soll eine neue Mensa entstehen. Die Altbauteile müssen saniert und der Schulhof für den Ganztag weiterentwickelt werden. Außerdem möchte ich eine frühere Ratsentscheidung korrigieren: Der lange gewünschte Mehrzweckraum gehört an die Sporthalle. Leider hat die damalige Ratsmehrheit das abgelehnt. Die Alte Apotheke ist für die Vereine zunächst eine gute Ausweichlösung. Dauerhaft brauchen wir aber diesen Mehrzweckraum.“
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4. Vermüllung am Containerplatz Accum
„Der jetzige Zustand darf keine Dauerlösung sein. Wir müssen Leerungsintervalle und Containerzahl prüfen und illegale Ablagerungen konsequenter verfolgen. Wenn das nicht reicht, müssen wir auch über einen anderen Standort sprechen oder vielleicht auch Videoüberwachung. Gefragt sind dabei die Stadt und die Entsorgungsunternehmen.“
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5. Spielplatz im Neubaugebiet Accum
„Ein Neubaugebiet für junge Familien muss auch die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen. Deshalb gehört eine geeignete Spielfläche grundsätzlich in die Planung. Über Standort und Größe muss anhand der konkreten Planung entschieden werden.“
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6. Rundweg um Accum
„Die Idee finde ich gut. Wir müssen aber zunächst gemeinsam mit dem Bürgerverein und den Grundstückseigentümern eine Strecke entwickeln, die tatsächlich umsetzbar ist. Der Radweg von Sillenstede nach Sengwarden hat wegen solcher Grundstücksfragen 40 Jahre gebraucht. Deshalb verspreche ich heute nichts, was später nicht realisiert werden kann.“
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7. Bürgersteige und Nebenstraßen
„Ich werde nicht versprechen, jede Straße sofort zu sanieren. Wir brauchen aber eine nachvollziehbare Prioritätenliste für Straßen und Gehwege. Ihr Zustand soll künftig auch KI-gestützt erfasst werden. Die Bürger müssen erkennen können, warum welche Maßnahme wann vorgesehen ist. Was umgesetzt wird, entscheidet am Ende der Stadtrat. Viel wichtiger ist für mich, dass nach den Arbeiten zur Verlegung der Glasfaserkabel die Stadt eine vernünftige Bauabnahme macht. Ich sehe viele Ecken, wo das offenbar nicht geschehen ist. Da gilt es Schadenersatzansprüche der Stadt gegenüber den Unternehmen zu prüfen. Wenn die Stadt das alles selbst finanzieren soll, sprechen wir über Millionenbeträge.“
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8. Verkehrsinsel vor der Feuerwehr
„In der Versammlung gab es unterschiedliche Meinungen zum Status der Straße. Einige waren der Auffassung, es handele sich um eine Kreisstraße. Dem ist nicht so. Es handelt sich um eine Landesstraße. Die L814. Deshalb ist hier die Landesbehörde zuständig. Wenn es dort eine Versackung gibt, muss die Stadt darauf hinweisen und auf eine Reparatur drängen. Die Feuerwehr wird meines Wissens dadurch nicht beeinträchtigt.“
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9. Parkplätze am Mühlenensemble
„Für wenige größere Veranstaltungen im Jahr sollten wir nicht dauerhaft zusätzliche Flächen versiegeln. Sinnvoller sind Ausweichflächen und eine gute Organisation an den Veranstaltungstagen. Das Mühlenensemble soll Veranstaltungen ermöglichen, aber die Lösung muss zu Accum passen und die Natur nicht stärker belasten als unbedingt erforderlich.“
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10. Feuerwehrgerätehaus Accum
„Die Neuplanung läuft in enger Abstimmung mit der Ortswehr. Die Finanzierung ist gesichert. Eine konkrete Summe kann ich noch nicht nennen, weil die Planung nicht abgeschlossen ist. Klar ist: Gebaut wird nach den Bedürfnissen der Accumer Feuerwehr.“
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11. Beleuchtung Bungerei bis Pingelei
„Das sollte konkret geprüft werden. Wie stark wird die Strecke genutzt? Wo gibt es Sicherheitsprobleme und was würde eine sinnvolle Beleuchtung kosten? Wenn wir dort mit vertretbarem Aufwand mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer schaffen können, unterstütze ich das.“
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12. Pfarrhaus und Gemeindehaus als Gemeinschaftshaus
„Accum verfügt mit dem Schützenhaus und der Mühle bereits über zwei Räumlichkeiten. Wenn darüber hinaus Bedarf besteht, müssen Dorfgemeinschaft und Stadt miteinander sprechen. Einen Kauf durch die Stadt halte ich finanziell nicht für realistisch. Ein tragfähiges Vereinsmodell mit Unterstützung der Stadt kann dagegen ein Weg sein – ähnlich wie bei der Alten Apotheke.“
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13. Zusammenhalt von Innenstadt und Stadtteilen
„Accum, Glarum, Sillenstede, Grafschaft oder Roffhausen sind keine Außenbezirke und keine Anhängsel von Heidmühle. Sie sind Schortens. Nicht überall kann es jedes Angebot geben. Die Menschen müssen aber erleben, dass ihr Stadtteil ernst genommen wird. Deshalb möchte und werde ich als Bürgermeister regelmäßig vor Ort sein.“
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14. Junge Wählerinnen und Wähler
„Ich möchte jungen Menschen nicht nur im Wahlkampf zuhören. Ihre Themen sind Mobilität, Sport, Treffpunkte, digitale Angebote und bezahlbare Wohnungen. Starre Gremien funktionieren dabei offenbar nicht besonders gut. Das sieht man an Jugendparlament des Landkreises. Das kostet viel Geld und hat Rechte, die dann aber nicht wahrgenommen werden. Ich halte eine projektbezogene Beteiligung für sinnvoller. Entscheidend ist aber auch, dass anschließend schnell etwas passiert. Wenn die Umsetzung Jahre dauert, sind die beteiligten Jugendlichen längst weg. Das haben wir bei unserer Jugendbeteiligung zum Skaterplatz in der Hohen Gast leider erlebt.“
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15. Schulden der Stadt
„Entscheidend ist, wofür Schulden aufgenommen werden. Eine Schule oder ein Feuerwehrhaus wird über Jahrzehnte genutzt. Problematisch sind Kredite, die nur laufende Defizite finanzieren. Deshalb brauchen wir klare Prioritäten und Kostenkontrolle. Gleichzeitig müssen wir mehr Einwohner und mehr Gewerbe gewinnen. Eine Stadt wird nicht gesund, indem sie Schulen, Sportstätten und wichtige Einrichtungen kaputtspart.
Grundsätzlich ist nicht die Kreditaufnahme das Problem. Wir müssen als Stadt, wie Privatleute auch, die Kredite bedienen können. Heißt: Wir brauchen einen Überschuss im Haushalt. Für 10 Mio Euro Darlehen sind das ganz grob gerechnet rund 500.000 €. Einen ersten Schritt haben wir geschafft. Der Schortenser Haushalt ist wieder im Plus. Nun müssen wir das verstetigen und weiter ausbauen. Dann sind die erforderlichen Kredite kein Problem“.
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16. Förderprogramme
„Förderprogramme müssen wir nutzen. Aber wir dürfen kein Projekt nur deshalb anfangen, weil es dafür gerade Geld gibt. Zuerst muss feststehen, was Schortens wirklich braucht. Danach suchen wir die passende Förderung.
Die Vielzahl der Programme von EU, Bund und Land erzeugt viel Bürokratie. Das sehen wir beim Bürgerhaus. Besser wären wenige, verständliche Programme und höhere allgemeine Zuweisungen. Vor Ort wissen wir am besten, wofür das Geld gebraucht wird.“
Es gibt noch mehr Fragen? Schickt mir gerne eine Mail an moin@axel-homfeldt.de



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