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Meine Antworten auf die Podiumsdiskussion in Sillenstede

  • Axel Homfeldt
  • 29. Juni
  • 5 Min. Lesezeit

Meine Antworten auf die Podiumsdiskussion in Sillenstede

Vielen Dank an den Bürgerverein Sillenstede für die Einladung und an alle Bürgerinnen und Bürger, die an der Podiumsdiskussion teilgenommen haben. Nicht jede Frage konnte an diesem Abend so ausführlich beantwortet werden, wie ich es mir gewünscht hätte. Deshalb möchte ich meine Positionen hier noch einmal zusammenfassen.


Axel Homfeldt in Sillenstede
Axel Homfeldt in Sillenstede

Bürgermeister sein heißt Verantwortung übernehmen

Für mich ist der Bürgermeister kein kleiner König, sondern der erste Dienstleister der Stadt. Seine wichtigste Aufgabe ist es, Menschen zusammenzubringen, eine Verwaltung zu führen und dafür zu sorgen, dass gute Ideen auch umgesetzt werden.

Im Rathaus wünsche ich mir wieder eine klare Führung. Alle Bereiche müssen gemeinsam an denselben Zielen arbeiten. Dazu gehören regelmäßige Mitarbeitergespräche, Zielvereinbarungen mit den Führungskräften und moderne Führungsinstrumente. Wer gute Fachkräfte gewinnen möchte, muss ein attraktiver Arbeitgeber sein. Das gilt gerade für junge Menschen, die sich heute bewusst aussuchen, wo sie arbeiten. Und das gilt erst recht für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die seit vielen Jahren für die Bürger dieser Stadt arbeiten.

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit. Meine Aufgabe als Bürgermeister ist es, ihnen Orientierung zu geben, Entscheidungen zu treffen und gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Nur gemeinsam können wir eine moderne, leistungsfähige und bürgernahe Verwaltung entwickeln.

Ich berate seit 25 Jahren nicht nur Bundes- und Landespolitiker, sondern auch Behörden. Ich bin in der Organisationsentwicklung ausgebildet und bringe neben meiner politischen Erfahrung auch das Wissen mit, eine Verwaltung modern aufzustellen und zu führen.

 

Schortens finanziell stark aufstellen

Wir dürfen nicht immer nur darüber reden, wo wir Geld ausgeben. Wir müssen dafür sorgen, dass wir dauerhaft mehr Geld einnehmen.

Deshalb setze ich auf neue Arbeitsplätze, neue Unternehmen und bezahlbaren Wohnraum. Genau aus diesem Grund haben wir den Eigenbetrieb Wohnungsbau gegründet. Noch in diesem Jahr entstehen die ersten geförderten Wohnungen. Gleichzeitig entwickeln wir das Gewerbegebiet Branterei weiter.

Schortens steht vor einer demografischen Herausforderung. Bereits heute sind rund 26 Prozent unserer Einwohner älter als 65 Jahre. Sinkt unsere Einwohnerzahl unter 20.000, verlieren wir jährlich rund 2,5 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen des Landes. Deshalb müssen wir attraktiv für Familien, Unternehmen und Fachkräfte bleiben.

Mein Ziel ist klar: Wir müssen die Zahl der Steuerzahler erhöhen – nicht die Steuern. Für eine weitere Steuererhöhung werde ich im Rat meine Hand nicht heben. Gleichzeitig müssen wir unsere Investitionen klug priorisieren und unsere Verwaltung so organisieren, dass sie effizient arbeiten kann. So sichern wir dauerhaft unsere finanzielle Handlungsfähigkeit.


Mehr miteinander reden statt neue Gremien schaffen

Ich halte nichts davon, immer neue Ortsbeiräte oder zusätzliche Ausschüsse einzurichten. Das schafft oft mehr Bürokratie, aber nicht automatisch mehr Bürgernähe.

Wir müssen einfach häufiger miteinander reden.

Mit der #ansprechBAR lebe ich diesen Ansatz bereits heute. Dort kommen regelmäßig Bürgerinnen und Bürger, Vereine oder Unternehmer vorbei.

Künftig möchte ich die Vereine zweimal im Jahr zu einem Vereinsfrühstück einladen. Vor wenigen Tagen saßen neun Vorsitzende unserer Sportvereine gemeinsam mit mir an einem Tisch. Dabei wurde deutlich, dass sich die Vereine eine bessere Vernetzung wünschen.

Deshalb unterstütze ich die Gründung einer Interessengemeinschaft der Sportvereine in Schortens. Sie soll die Interessen der Vereine bündeln, gemeinsame Projekte entwickeln und als Ansprechpartner für Politik und Verwaltung auftreten. Gleichzeitig werde ich mich dafür einsetzen, dass ein Vertreter dieser Interessengemeinschaft künftig im Ausschuss für Schule und Sport mit Sitz und Stimme mitwirken kann. Wer täglich Verantwortung übernimmt, sollte auch frühzeitig gehört werden.

Da klassische Tageszeitungen immer weniger Menschen erreichen, müssen wir außerdem zusätzliche Wege der Kommunikation gehen. Unter anderem deshalb haben wir die Stelle des Pressesprechers geschaffen. Transparenz bedeutet heute auch, digitale Informationsangebote auszubauen und dort präsent zu sein, wo die Menschen sich informieren.


Unsere Ortsteile sind das Herz unserer Stadt

Schortens besteht nicht nur aus der Kernstadt. Unsere zwölf Ortsteile machen unsere Stadt erst lebendig.

Sillenstede zeigt mit seinem außergewöhnlichen Vereinsleben, wie stark ehrenamtliches Engagement sein kann. Die neue Turnhalle ist deshalb weit mehr als ein Bauprojekt. Sie ist ein Zeichen der Wertschätzung für alle, die sich seit vielen Jahren für ihren Ort einsetzen.

Ich engagiere mich selbst als 2. Vorsitzender des Fördervereins Alte Apotheke. Deshalb weiß ich aus eigener Erfahrung, wie viel Zeit, Herzblut und Überzeugungsarbeit notwendig sind, um ein solches Projekt voranzubringen. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Alte Apotheke zu einem Ort der Begegnung für alle Generationen zu entwickeln. Solche Initiativen zeigen, wie viel Kraft und Kreativität in unseren Dörfern steckt. Die Aufgabe der Stadt ist es, dieses Engagement partnerschaftlich zu begleiten und dort zu unterstützen, wo Hilfe gebraucht wird. Und das tut sie auch.

Grafschaft zeigt jedes Jahr beim Brunnenfest und durch das große Engagement seiner Vereine, wie lebendig Dorfgemeinschaft sein kann. Dort wird Gemeinschaft nicht nur beschworen, sondern gelebt. Solche Orte prägen das Gesicht unserer Stadt und verdienen gute Rahmenbedingungen.

Auch Accum lebt von einer starken Dorfgemeinschaft, engagierten Vereinen und einer leistungsfähigen Feuerwehr. Mir ist wichtig, dass alle Ortsteile gleichermaßen von Investitionen profitieren und sich niemand gegenüber der Kernstadt benachteiligt fühlt.

Für mich beginnt Dorfentwicklung nicht im Rathaus, sondern bei den Menschen, die Verantwortung übernehmen. Politik und Verwaltung müssen dafür sorgen, dass aus guten Ideen erfolgreiche Projekte werden.

Deshalb werde ich regelmäßig Ortsteilkonferenzen durchführen und transparent darüber informieren, welche Projekte wann umgesetzt werden. Wer Bürger beteiligt, muss später auch zeigen, was aus ihren Ideen geworden ist.


Klimaschutz muss den Menschen nutzen

Ich fahre seit sechs Jahren ein Elektroauto und bin überzeugt, dass wir unsere Energieversorgung Schritt für Schritt auf erneuerbare Energien umstellen müssen.

Gleichzeitig dürfen wir die Menschen bei diesem Wandel nicht verlieren.

Deshalb habe ich die Bürgerenergiegenossenschaft Schortens mit gegründet. Wenn Windkraft oder Solarenergie bei uns entstehen, muss auch ein Teil der Wertschöpfung hier in der Region bleiben.

Als Vorsitzender des Kreisplanungsausschusses weiß ich, welche Herausforderungen mit dem Ausbau der Stromnetze und der Windenergie verbunden sind. Es werden noch sehr viele Leitungen in Friesland in den kommenden Jahren gebaut. Wir brauchen Augenmaß. Flächen werden künftig sowohl für erneuerbare Energien als auch für neue Wohnungen und Gewerbe benötigt. Unsere kommunale Planungshoheit darf dadurch nicht eingeschränkt werden.

Ein gutes Beispiel ist unser neues Bürgerhaus, das künftig zu rund 90 Prozent energieautark betrieben werden soll. Klimaschutz und wirtschaftliches Handeln schließen sich nicht aus.


Jugendliche stärker beteiligen

Ich halte wenig von zusätzlichen Gremien, die am Ende kaum genutzt werden.

Die Erfahrungen mit dem Jugendparlament im Landkreis zeigen, dass formale Beteiligung allein nicht ausreicht.

Ich setze stattdessen auf projektbezogene Beteiligung – so wie beim Skaterplatz an der Hohen Gast. Jugendliche sollen dort mitreden, wo Entscheidungen ihr eigenes Lebensumfeld betreffen. Wichtig ist dann aber auch, dass Projekte zügig umgesetzt werden. Das ist bei der Skater-Anlage leider nicht passiert, so dass die Aktiven bereits wieder weg waren.

Außerdem wünsche ich mir eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Schulen, Vereinen und der offenen Jugendarbeit. Mit dem Ausbau des Ganztags entstehen dafür ganz neue Möglichkeiten.


Schortens hat allen Grund, selbstbewusst nach vorne zu schauen

Wer soziale Medien verfolgt, könnte manchmal den Eindruck gewinnen, dass in Schortens alles schiefläuft.

Ich sehe das anders.

Schortens ist die zweitgrößte Stadt im Landkreis Friesland und das wirtschaftliche Zentrum im nördlichen Kreisgebiet. Wir investieren so viel wie lange nicht mehr in Schulen, Feuerwehr, Wohnungsbau, Straßen, Sport und unsere Innenstadt.

Natürlich läuft nicht immer alles perfekt. Aber wir sind ins Machen gekommen.

Diesen Weg möchte ich gemeinsam mit den Menschen in unserer Stadt konsequent weitergehen. Ich bin überzeugt: Schortens hat enormes Potenzial. Wir sollten dieses Potenzial mit Zuversicht nutzen, statt unsere Stadt kleiner zu reden, als sie ist.

 

 
 
 

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